Der Stullenwickler wird geboren...

... eine Erfolgsgeschichte aus dem heimischen Arbeitszimmer

Fast täglich stapeln sich in Sylvia Sieners Küche die Frühstücksdosen ihrer Kinder. Eine fürs Brot, eine fürs Obst oder Gemüse – macht bei 5 Kindern insgesamt 10.

10 Dosen aus Kunststoff, bunt, meist etwas sperrig, trotzdem eigentlich ganz praktisch. Schön ist irgendwie anders, denkt die Koblenzerin häufiger. Ihr Sohn Max hat allerdings andere „Probleme“ mit den Dosen: „Blöd ist, dass die Dinger, auch wenn sie leer sind, immer so viel Platz im Rucksack wegnehmen!“, findet er.

Dieser Satz geht Sylvia Siener durch den Kopf, als sie abends in ihrem Arbeitszimmer vor der Nähmaschine sitzt – der großen Leidenschaft der selbstständigen Apothekerin. Umgeben von den unterschiedlichsten Stoffe  tüftelt, schneidet, näht und faltet sie und hält nach ein paar Stunden Arbeit die erste „knautschbare Brotdose“ in den Händen.

Sohn Max staunt nicht schlecht, als er am nächsten Morgen statt der Brotdose ein kunterbuntes Irgendwas – mit seinem Frühstücksbrot im Inneren –  an seinem Platz in der Küche liegen sieht. Und der Urvater des Stullenwicklers besteht seinen Test sofort, denn erstens nimmt er – leergegessen - nicht so viel Platz in Max Rucksack ein, und zweitens fragen viele seiner Klassenkameraden, wo er denn „das Teil“ herhabe.

Trotz dieses ersten Erfolgs denkt Sylvia Siener anfangs natürlich nicht an eine Vermarktung. Sie tüftelt und näht weiter, verbessert das eine oder andere Detail, aber die selbstgenähten, knautschbaren Brotdosen bleiben zunächst noch ein Hobby. Irgendwann kommt aber in der Familie und bei denen, die „so was“ geschenkt bekommen die Frage auf „Wie heißt das Ding denn eigentlich?“ Das Ergebnis aller Überlegungen, Diskussionen und Recherchen war recht eindeutig: „Klar, das ist ein Stullenwickler!“

Michael Konrath, ein guter Freund der Familie, ist dann so begeistert vom Stullenwickler, dass er ihn professionell vermarktet. Produziert wird er heute in Zusammenarbeit mit der Rhein-Mosel-Werkstatt für behinderte Menschen in Kastellaun.

Natürlich legt sie als Mutter von fünf Kindern besonderen Wert darauf, dass alle Materialien gesundheitlich unbedenklich sind. Damit die Wickler leicht zu reinigen sind, bestehen sie im Inneren aus beschichteter Baumwolle. Außen verwendet Sylvia Siener unbeschichtete Baumwolle, die vor allem eins sein muss: schön und kunterbunt!